Bild: Verlag Kein & Aber

Ankündigung

Buchkritik: „Mond – Eine Biografie“ von Ben Moore

 

Eine Buchrezension auf einer Webseite über Conventions und Autogrammstunden? Ja, denn dieses Jahr wird ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: 50 Jahre Mondlandung. Und was liegt da näher, als sich einmal genauer mit dem Erdtrabanten zu beschäftigen.

Doch wer von „Mond – Eine Biografie“ nur eine Historie der Mondlandung erhofft, liegt falsch. Natürlich ist auch der Wettlauf zwischen Sowjets und Alliierten im kalten Krieg ein Thema im Buch, das Hauptaugenmerk liegt für Autor Ben Moore jedoch mehr auf dem Ziel dieses Rennens: Dem Mond selbst.

Ausgehend von historischen Funden aus der Altsteinzeit erläutert Moore zunächst die kulturelle und mythologische Bedeutung des Mondes, um danach über die Raketenentwicklung vor und im Kalten Krieg zur Mondlandung vorzustoßen.

Anschließend dominiert wieder der Mond selbst als Thema: Der Leser erfährt Einzelheiten über die von Kratern übersäte Oberfläche, die Temperaturverhältnisse und dessen Geografie – und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen für eine eventuelle Mondbasis. Grundsätzliche Probleme wie fehlende Atmosphäre und Asteroideneinschläge werden hier genauso angesprochen wie Details, zum Beispiel der elektrostatischen Aufladung des Mondstaubs durch Sonnenwinde.

Moore weiß gekonnt das Gesamtbild im Auge zu behalten, gibt aber auch immer wieder  kuriose Fakten zum Besten. Die ersten Mondaufnahmen durch Lunik 3, der dritten Mondsonde der Sowjetunion, sind erst durch unfreiwillige amerikanische Mithilfe möglich geworden. Denn das dafür verwendete (amerikanische) Spezial-Filmmaterial hatten die Sowjets zuvor aus abgeschossenen US-Spionagesonden entnommen.

Es werden viele Fragen beantwortet, die man sich so vielleicht noch gar nicht gestellt hatte: Welche Farbe hat der Mond denn jetzt genau? Was genau verursacht die Gezeiten? Und warum gibt es davon zwei Tiden am Tag?

Zuletzt blickt das Buch erneut in die Zukunft des Mondes: Ist eine Basis, vielleicht sogar ein ganzes Dorf auf dem Mond realistisch? Wie würde eine solche Basis aussehen? Sachlich legt Moore Vorteile, Nachteile und technische Möglichkeiten dar.

Neben vielen Chancen für die Wissenschaft nennt Moore auch weitere Anwendungsbereiche. Eine Mondbasis könnte zum Beispiel auch Ausgangspunkt für weitere Explorationen zum Mars und in den Weltraum sein – oder auch schlicht vor Ort erzeugten Treibstoff als „Zwischentankstelle“ für solche Flüge bereitstellen.

 

Fazit:

„Mond. Eine Biografie“ ist kein allzu leichtgängiges, aber durchaus ein umfassendes Werk für jeden Leser, der mehr über Geschichte, Beschaffenheit und Faszination des Erdtrabanten wissen will – und dabei auch vor historischen und wissenschaftlichen Details nicht zurückschreckt.

 


Ben Moore: Mond . Eine Biografie 
Erzählendes Sachbuch

Hardcover
Format: 14,5 x 21,5 cm , 320 Seiten
ISBN: 978-3-0369-5799-9

Erschienen am 13. Mai 2019
24,00 EUR

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