Autogrammstunde

Bericht vom Science Fiction Treffen 2018 in Speyer

Science Fiction Treffen. Unter dieser Bezeichnung verbirgt sich jede Menge Action in Speyer: Zahlreiche Fangruppen, allen voran die German Garrison, sind angereist, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen und gemeinsam das eigene Hobby zu feiern und zu präsentieren. Science Fiction, das meint hier Star Wars, Star Trek, Ghostbusters, und viel viel mehr.

 

Action von Anfang an

Bereits kurz nach Öffnung des Museums startet das Rahmenprogramm mit einer Opening Show der German Garrison. Stormtrooper schwärmen aus, Alarm ertönt. Rebellen greifen an und erobern mit großen personellen Verlusten einen Stützpunkt. Doch die Freude währt nur kurz: Darth Vader ist im Anmarsch, umringt von weiteren Stormtroopern, und macht kurzen Prozess mit den Rebellen.

 

Die Raumfahrthalle

In der Raumfahrthalle angekommen erwartet den Besucher ein eifriges Treiben, Wookiees, Ewoks, R2-s, Transformer und auch ein BB-8 laufen umher. Zahlreiche Fangruppen bieten viele Möglichkeiten, sich mit seinen Idolen fotografieren zu lassen. Dies alles umringt von Europas größter Raumfahrtausstellung und dem Spaceshuttle Buran.

 

Kosmonaut Nikolai Budarin (rechts) mit Ausstellungsleiter Gerhard Daum

Apropos Raumfahrt: Erstmals ist beim Science Fiction Treffen auch ein Raumfahrer eingeladen. Kosmonaut Nikolai Budarin ist gut gelaunt und wird von Ausstellungsleiter Gerhard Daum durch die umfangreiche Ausstellung geführt. Der russischer Raumfahrer ist interessiert und sichtlich begeistert von den zahlreichen Exponaten.

 

Gute Stimmung bei der Autogrammstunde

Warteschlange zur Autogrammstunde

Susanna Bonasewicz und Hans-Georg Panczak

Währenddessen sammeln sich Interessierte im hinteren Teil der Halle zur bevorstehenden AutogrammstundeHans-Georg Panczak (dt. Stimme Luke Skywalker), Susanna Bonasewicz (dt. Stimme Leia Organa) und Mark Allen Sheperd (Morn in Star Trek: Deep Space Nine) signieren. Die Autogrammstunde um 11:00 Uhr ist heiß begehrt, die Schlange ist lang – die Atmosphäre aber sehr familiär und freundlich. Die Stars freuen sich sichtlich vor Ort zu sein.

 

Vortrag von Kosmonaut Nikolai Budarin

Nikolai Budarin

Für Budarin ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums: Bereits mit 8 Jahren wollte er Raumfahrer werden. Nachdem sein Umfeld ihm davon zunächst abriet, traute er sich aber erst mit 33 Jahren, nach abgeschlossener akademischer und beruflicher Ausbildung, sich für diesen Traum zu bewerben.

Und so erzählt er von seinen ersten beiden Aufenthalten im All, 1995 und 1998 auf der russischen Raumstation MIR. Besonders den Rückweg findet er erwähnenswert. Die ersten Schritte sind besonders schwer, die Beine fühlen sich dabei an wie fremde Gliedmaßen.

Auf dem Plan standen in seinen Missionen medizinische und technische Experimente – auch an den Raumfahrern selbst. Dabei wurde selbstverständlich getauscht – jeder durfte einmal Versuchskaninchen sein. Sport im Weltall ist sehr anstrengend, nur mit speziellen Konstruktionen ist es im Weltall möglich, Sport auszuüben.

Bei seinem dritten Aufenthalt, diesmal auf der internationalen Weltraumstation ISS, sollte Budarin eigentlich mit dem Space Shuttle zurück zur Erde gebracht werden. Doch kurz zuvor ereignete sich die Columbia-Katastrophe, bei der die Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerfiel. Das Space Shuttle Programm wurde daraufhin gestoppt, und Budarin musste auf die ihm nur allzu gut bekannten Sojus-Kapsel ausweichen.

Doch auch hier kam es zu einer Panne, aufgrund eines technischen Defekts landete die Kapsel 470 Kilometer entfernt von der ursprünglich geplanten Zielposition. Erst drei Stunden später konnte ein Rettungshubschrauber Budarin finden. Der Helikopter hatte jedoch zu diesem Zeitpunkt nur noch wenig Treibstoff, „In 15 Minuten mussten wir alles zusammenpacken“, so Budarin. Bei der anschließenden Ankunft auf dem Stützpunkt blinkte bereits die Treibstoff-Lampe rot auf, erinnert sich der Raumfahrer.

Nach seiner aktiven Weltraumkarriere blieb Budarin im Kontrollzentrum tätig.

Ist es auf der ISS lauter als auf der MIR, möchte ein junger Zuschauer in der anschließenden Frage- und Antwortrunde wissen. Auf beiden Stationen sei es sehr laut gewesen, erinnert sich Budarin, da stets viele Maschinen auf den Stationen aktiv waren und Geräusche verursachten. Schlaf war somit nur mit Ohrsteckern möglich.

Auf Weltraumhandschuhe angesprochen, schmunzelt Budarin: Ja, es sei sehr schwer seine Hände darin zu bewegen. Zudem gehen die Außeneinsätze oft über viele Stunden. Diese Situationen werden daher speziell in Schwimmbecken in Houston, TX trainiert. Bei einem solchen Training kam es auch einmal zu einem Besuch von George W. Bush, jr. – und gewohnt vom Training mit Weltraumhandschuhen gab Budarin ihm wohl einen etwas festeren Händedruck: „Jetzt kann ich eine Woche nichts mehr unterschreiben„, witzelte Bush danach.

Ob er einmal Angst hatte? Ja, bei seinem ersten Außeneinsatz. Ist man erst einmal außerhalb der Station, findet man sich in kompletter Dunkelheit wieder. Zwar ist man mit Karabinerhaken gesichert, braucht aber ein paar Minuten, um sich an diese neue Umgebung zu gewöhnen. So fand sich Budarin erst einmal mit klopfenden Herzen im All, bis ein erfahrener Kollege nach einigen Minuten zu ihm sagte „Beweg dich, auf gehts“ – und dann ging es auch.

Freizeit gibt es auf einer Weltraumstation nur wenig, der Tag ist minutiös geplant. Lediglich vor dem Schlafengehen hat man mal etwas Zeit für sich, und so zählen dann auch das Betrachten des Sternenhimmels und der Nordlichter zu den Lieblingsbeschäftigungen Budarins in diesen Minuten.

 

Star Wars Talkrunde

Susanna Bonasewicz und Hans-Georg Panczak laden zur Talkrunde. Moderiert von Tim Dagott sprechen die Beiden über ihre Sprechrollen als Luke Skywalker und Leia Organa in den Star Wars Filmen.

Vieles hat sich geändert, früher stand man zusammen vor dem Mikrofon und nahm abwechselnd seine Dialoge auf. Heute spricht jeder Sprecher seinen Part alleine ein – „Ge-X-t“ nennt man sowas, lässt Panczak wissen. Der Vorteil hierbei ist, dass man konzentriert am Stück durcharbeiten kann. Schade finden jedoch beide, dass man dadurch seine Kollegen nur noch selten sieht. Auch finden die Aufnahmenoft nicht chronologisch statt, und im Gegensatz zu früher ist auch heutzutage meist nur der Mund als Ausschnitt, nicht mehr der ganze Film im Original zu sehen.

Auf ihre Lieblingssätze in Star Wars angesprochen antwortet Hans-Georg: „Ich bin ein Jedi Ritter genau wie mein Vater vor mir„. Für Susanna ist „So klein und schon bei den Sturmtruppen“ ein klarer Favorit.

 

Kostümparade

 

Die Kostümparade ruft – und hier wird einem wirklich wunderbares geboten: Bei schönstem Wetter marschieren Unmengen kostümierter Fangruppen über das Außenareal des Technik-Museums. Koordiniert von vielen fleißigen Helfern entsteht am Ende ein riesiges Gruppenbild.

Star Wars Konzert

Star Wars Konzert

Direkt im Anschluss findet in der Eventhalle ein Star Wars Konzert statt. Unter der Leitung von Dirigent Tobias van de Locht und dem Musikverein Riegel am Kaiserstuhl wird nicht nur die original Filmmusik von John Williams zum Besten gegeben – Susanna Bonasewicz und Hans-Georg Panczak sind ebenfalls mit von der Partie, sprechen live auf der Bühne ihre original Filmzitate und geben daher dem Event den Charakter eines Live-Hörspiels mit (exzellenter) Live-Musik.

 

Wer jetzt Interesse bekommen hat, sollte sich gleich den Termin für das nächste Science Fiction Treffen in den Kalendar eintragen: Vom 28. bis 29. September 2019, wieder im Technik Museum Speyer.

Weitere Informationen gibt es unter www.technik-museum.de/scifi.

 

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