Bild: MOTION PICTURE ARTWORK

Kino

Unsere Filmkritik zu Mein Bester und Ich

 

Unter einem Remake versteht man im Allgemeinen die Neuverfilmung einer älteren und bereits zuvor verfilmten Geschichte. Es mag ein paar gute Remakes geben (z.B. „Die Glorreichen Sieben“ von „Die Sieben Samurai“) doch diese Neuverfilmungen interpretieren die Filmidee neu und geben ihr innovative Impulse.

In Europa ist „Ziemlich beste Freunde“ einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 2011 gewesen. Diesen Erfolg möchte Regisseur Neil Burger (Die Bestimmung – divergent) in den USA mit „Mein Bester & ich“ wiederholen.
Dabei bleibt die Grundgeschichte im Prinzip gleich: „Armer ungebildeter Farbiger wird von stinkreichem gebildeten Querschnittsgelähmten eingestellt, um dessen Arme und Beine zu ersetzen. Im Laufe der Zeit werden und bleiben sie Freunde.“ Der Handlungsort ist von Paris nach New York verlegt worden. Der Aufbau der Filmszenen ist zum Teil identisch zum Original.

 

Bild: MOTION PICTURE ARTWORK

 

Bryan Cranston (u.a. Breaking Bad) kommt mit seiner (Gesichts-)Darstellung des querschnittsgelähmten Philip dem französischen Original (Francois Cluzet) recht nah. Sein Bester? Dell, gespielt von Kevin Hart (u.a. Jumanji), unterscheidet sich jedoch erheblich von Omar Sys Darstellung der Figur Driss im Originalfilm.
Der Lebenskünstler Driss im französischen Original ist groß, charmant, humorvoll, naiv, durchsetzungsstark und optimistisch. Außerdem versprüht Omar Sy ein unglaubliches Charisma und nimmt die Zuschauer mit seinem Lachen für sich ein.
Kevin Harts Dell ist vorbestraft, überwiegend mürrisch und auf dem ersten Blick alles andere als ein Sympathieträger. Dies bessert sich zwar im Laufe des Films, dennoch ist seine Darstellung härter und aggressiver. Dies zeigt sich auch in einer Szene vor der Geburtstagsfeier, wo er und „Philip“ beide Wut herauslassen um danach entspannter feiern zu können.

Nicole Kidman (u.a. Tage des Donners) spielt in einer Nebenrolle mit und scheint mit der Darstellung eher unterfordert.

Bild: MOTION PICTURE ARTWORK

Das größte Problem ist, dass „Mein Bester & ich“ nicht sehr lustig ist. Es scheint, als ob sich die Filmmacher nicht getraut haben, (neue) Witze über das Behindert-sein und den Umgang damit zu machen. Philips Toilettenszene (Katheter legen), die Dell unangenehm ist,  wird jedoch genüsslich in die Länge gezogen. Dabei wird in der Neuverfilmung der Umgang mit Behinderten in der Öffentlichkeit durchaus thematisiert: Der Figur Dell ist es wichtig, dass Philip von den Mitmenschen als mündige Person und nicht „nur“ als Behinderter angesehen wird.

Die stimmungsvolle Filmmusik des Originals mit den Klavierstücken von Ludovico Einaudi oder den eingängig peppigen Liedern von „Earth, Wind and Fire“ war ebenfalls ein großer Erfolg. Die Filmmusik des Remakes legt hier den Schwerpunkt auf Klassik (die Zauberflöte…) und kann nicht an das Original heranreichen.

Zuletzt möchten sich die Filmemacher dann doch vom Original unterscheiden bzw. eine Spannung beibehalten, indem sie sich ein neues Ende haben einfallen lassen.

Bild: MOTION PICTURE ARTWORK

 

Fazit:
Der Film „Mein Bester & ich“ ist weder besonders innovativ noch besonders witzig. Als Remake hat er nur einen sehr geringen Mehrwert bzw. er ist sogar fast überflüssig. Wer den Film noch nicht kennt, sollte sich lieber vom Original verzaubern lassen. Da hat er oder sie mehr von.
Abschließend stellt sich noch die Frage, wer sich diesen beknackten Titel ausgedacht hat?

Bewertung: 2/5 Punkten

Kinostart am 21. Februar 2019

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