Bild: DIF / Bild: Frauke Haß

Bericht

20 Jahre „Bandits“ – der Cast traf sich im Filmmuseum Frankfurt

Es erinnert entfernt an ein Klassentreffen, als sich die „Bandits“Schauspielerinnen Katja Riemann, Jasmin Tabatabai wie auch Nicolette Krebitz und die Regisseurin Katja von Garnier am vergangenen Sonntag Abend (24.09.17) im Foyer des Filmmuseums Frankfurt wiedergetroffen haben. Überwiegend in Begleitung ihrer Familien (Kinder, Lebenspartner,Freunde….) begrüßen sie sich freudig, tauschen sich aus und machen vor dem Schlagzeug von Katja Riemann Fotos. Diese lässt es sich nicht nehmen, auch ein kleines Schlagzeugsolo darauf zu spielen. Nach der Begrüßung und einem kleinen Umtrunk mit den „Freunden des Filmmuseums Frankfurt“ begeben sie sich ins Kino des Museums.

Dort begrüßt sie Urs Spörri vom Deutschen Filminstitut. In entspannter Runde sitzen die Damen mit ihm vor der Leinwand und plaudern gelöst über die Entstehung des Films „Bandits“.

Das Außergewöhnliche an der Entstehung des Films ist, dass es anfangs kein fertiges Storyboard gegeben hat. Der Film entstand Stück für Stück auch mit Hilfe der von den Schauspielerinnen eigenhändig geschriebenen Lieder. Die Rollen entwickelten sich mit der Zeit durch und mit den Schauspielerinnen. Der Plot des Films ist auf der zweiten Geburtstagsfeier von Katja Riemanns Tochter Paula entstanden. Diese Tochter wiederum hat nun 20 Jahre Jahre später ein Musik-Tanz-Video zum Banditslied „Puppet“ entwickelt und gedreht, welches an diesem Abend als Vorfilm läuft und begeisternden Applaus erntet.

Zum Film selbst muss hier wahrscheinlich nur wenig geschrieben werden. Er läuft im Kino in einer „old school“ analogen Version, in deutsch mit englischen Untertiteln. Ähnlich wie beim Musikfilm „Blues Brothers“ (die drei Schauspielerinnen sind Fans des Films) werden die Protagonisten die meiste Zeit von der Polizei gejagt, spielen dabei ihre Lieder und gewinnen im Land ein großes Publikum. Die Rollen des Films sind mit starken und spielfreudigen Frauen besetzt, die die Zuschauer mit einer kurzweiligen Story und vielen eingängigen Liedern unterhalten. Dass der Film vor 20 Jahren die Kritiker nicht zu Frieden gestellt hat, ist wenig nachvollziehbar. An den Kassen ist er jedoch durchaus erfolgreich gewesen.

Nach dem Film gibt es bei der obligatorische Fragerunde überwiegend Lob vom Publikum. Sie erfahren, dass das vierte Bandmitglied Jutta Hoffmann leider verhindert gewesen ist, da sie viel Theater spiele. Die Kinder bzw. Familien der Schauspielerinnn haben den Film zum Teil zum ersten Mal gesehen und sind sichtlich angetan.

Urs Spörri unterhält sich mit den vier Damen auch über die Filme, mit denen das Filmmuseum die drei Schauspielerinnen im Rahmen des der „Carte blanche“ ehrt. Nicolette Krebitz hat sich MADEMOISELLE mit der kürzlich verstorbenen Jeanne Moreau, Steven Spielbergs E.T. – THE EXTRA-TERRESTRIAL sowie THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE mit der jungen Jodie Foster gewünscht. Katja Riemann hat sich neben dem Kultklassiker THE BLUES BROTHERS von John Landis für die Musik- Doku WHAT HAPPENED, MISS SIMONE? und für Susanne Biers Oscar®-gekröntes Drama HÆVNEN entschieden. Jasmin Tabatabai hat Jafar Panahis preisgekrönten Erstlingsfilm BADKONAKE SEFID, den Tanzfilm-Klassiker SINGIN‘ IN THE RAIN mit Gene Kelly sowie Ridley Scotts BLADE RUNNER gewählt.

Katja von Garnier verrät am Ende der Veranstaltung, dass die Filmrechte bei Warner Brothers liegen und Michelle Rodriguez (Avatar…) Interesse angemeldet hat, den Film neu zu verfilmen. Wer weiß? Eventuell laufen die „Banditen“ bald in den US Kinos…

 

Foto Credit: DIF / Bild: Frauke Haß

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