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Bericht

Filmkritik: David (2026) – Crowdfunding-Animationsfilm erzählt die biblische Geschichte neu


Die Geschichte von David gegen Goliath gehört zweifelsohne zu den beliebtesten Geschichten aus der Bibel. 
Das dahinterliegende Grundmotiv des vermeintlich chancenlosen Außenseiters, der durch Mut, Witz und Herz eine scheinbar unüberwindbare Übermacht bezwingt, zieht sich auch als roter Faden durch unzählige große Kinogeschichten.  
An den Erfolg dieses Narrativs glaubten auch die 60.000 Unterstützer der ins Leben gerufenen Crowdfunding Kampagne. Sie sammelten vorab knapp 50 Millionen US-Dollar für den biblischen Animationsfilm David ein, welches die Geschichte des jungen Hirtenjungen David hin zum legendären König Israels, erzählt. 

Unter der Regie von Phil Cunningham und Brent Dawes ist so ein Werk entstanden, das in mehreren Ländern bereits in den Kinos gestartet ist und weltweit nach Angaben der Produzenten rund 89 Millionen US-Dollar eingespielt hat. Im September soll „David“ nun auch im deutschsprachigen Raum anlaufen. Grund genug für eine Filmrezension:

Filmproduktion per Crowdfunding

Der Film gilt als eines der erfolgreichsten und größten Crowdfunding-finanzierten Filmprojekte überhaupt. Hinter diesem finanziellen Erfolg stehen die Produktionsfirmen Slingshot Productions und Angel Studios, die sogenanntes Equity Crowdfunding längst als etabliertes Finanzierungsmodell nutzen: Die Unterstützer haben das Projekt und dessen Thema im Vorfeld selbst mit ausgewählt, und erhalten hier nicht nur ein einfaches Dankeschön, sondern beteiligen sich als echte Crowd-Investoren direkt am Film.

Die HandlungMehr als nur der Kampf gegen Goliath

Der Film setzt in den jungen Jahren des Protagonisten als Schafhirt an. Mit viel Witz, Charme und eingängigen Gesangseinlagen wird der Stoff für ein jüngeres Publikum unterhaltsam aufbereitet. Überraschend dabei ist, dass es zum Duell mit Goliath, dem vermeintlichen Höhepunkt, bereits kurz vor der Hälfte der Spielzeit kommt.
In Sachen Dramaturgie geht der Film damit ein kleines Risiko ein: Weil das episch inszenierte Goliath-Duell schon so früh abgehandelt wird, büßen Davids späteren Auseinandersetzungen mit den Philistern und der Räuberbande der Amalekiter ein wenig an Fallhöhe ein.  
Dem Unterhaltungswert schadet das allerdings kaum merklich

Bild: Kinostar Filmverleih

Visuell und musikalisch gelungen

Eine besondere Note erhält der Film durch seine musikalische Gestaltung: Ganz in der Tradition klassischer Disney-Animationsfilme führt David singend durch die Handlung. Die Lieder, die sich stark an den biblischen Psalmen orientieren, dienen dabei nicht nur der Unterhaltung, sondern lassen das Publikum direkt in die Gefühlswelt des jungen Hirten eintauchen. Das Spektrum reicht von jugendlicher Unbeschwertheit bis hin zu tiefem Gottvertrauen in Krisenmomenten.
Auch visuell spielt die Produktion in der obersten Liga. Der Stil muss sich keineswegs hinter den Werken der großen etablierten Studios verstecken. Die Macher begegnen der Konkurrenz technisch auf Augenhöhe und haben es gleichzeitig geschafft, den Figuren einen ganz eigenen, markanten Look zu verleihen.

Bild: Kinostar Filmverleih

Fazit

Es war sicherlich ein mutiger Schritt, ein biblisches Thema für einen solchen Animationsfilm zu wählen. Dennoch wirkt das Ergebnis zu keinem Zeitpunkt aufdringlich oder belehrend. Einzig die Gesangseinlagen hätten an der einen oder anderen Stelle etwas kürzer ausfallen, und auch die Handlung gegen Ende etwas kompakter ausfallen können.

Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau. Der weltweite Erfolg gibt dem Film absolut recht, denn hier ist ein rundum gelungenes Werk für die ganze Familie entstanden. Wer Kinder hat, die von den großen Klassikern aus dem Hause Disney oder DreamWorks begeistert sind, ist hier zweifelsfrei richtig aufgehoben.

 

Der deutsche Kinostart ist am 17. September 2026