Beitragsbild: NASA

Ankündigung

Raumfahrt hautnah am 8. August: Mark Lee spricht in Speyer über Hubble, Magellan und Weltraumspaziergänge

Der ehemalige NASA-Astronaut Mark Lee kommt am 8. August 2026 ins Technik Museum Speyer und bildet damit den Abschluss der Veranstaltungsreihe „Space Summer“. Ab 14 Uhr berichtet er im FORUM Kino des Museums über seine vier Einsätze mit dem Space Shuttle und gibt persönliche Einblicke in das Leben und Arbeiten im All.

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen einige der bedeutendsten Stationen seiner Raumfahrtkarriere. Dazu zählen der Start der Venus-Sonde „Magellan“, der erste Praxistest des astronautischen Rettungssystems SAFER sowie die Wartung und Modernisierung des Hubble-Weltraumteleskops. Nach dem Vortrag haben Besucher die Möglichkeit, dem ehemaligen Astronauten Fragen zu stellen. Kinder bis 14 Jahre können außerdem ein Erinnerungsfoto mit Mark Lee machen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und ist mit einer gültigen Eintrittskarte des Technik Museum Speyer zugänglich. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine frühzeitige Planung empfehlenswert.

Vom Kampfpiloten zum NASA-Astronauten

Mark Lee wurde am 14. August 1952 in Viroqua im US-Bundesstaat Wisconsin geboren. Nach seinem Abschluss an der United States Air Force Academy studierte er Bauingenieurwesen und absolvierte anschließend seine Ausbildung zum Militärpiloten. Nach Einsätzen auf der F-4 Phantom II und später auf der F-16 erwarb er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen Masterabschluss im Maschinenbau.

1984 wurde Mark Lee in die zehnte Astronautengruppe der NASA aufgenommen. Nach seiner Ausbildung zum Missionsspezialisten übernahm er zahlreiche Aufgaben im Space-Shuttle-Programm, darunter in den Bereichen Außenbordeinsätze (EVA), Spacelab, Raumstationssysteme und als Raumfahrzeugkommunikator (CAPCOM) im Mission Control Center. Darüber hinaus leitete er mehrere Abteilungen des Astronautenbüros und war an der Planung der Montage der Internationalen Raumstation (ISS) beteiligt.

Vier Space-Shuttle-Missionen

Seinen ersten Raumflug absolvierte Mark Lee am 4. Mai 1989 mit der Mission STS-30 an Bord der „Atlantis“. Während des viertägigen Einsatzes setzte die Crew erfolgreich die Venus-Sonde „Magellan“ aus, die anschließend ihre wissenschaftliche Mission zur Venus begann.

Drei Jahre später folgte mit STS-47 an Bord der „Endeavour“ eine gemeinsame Mission der NASA und der japanischen Raumfahrtagentur NASDA. Im Spacelab führten die Astronauten zahlreiche material- und lebenswissenschaftliche Experimente unter Schwerelosigkeit durch.

Mit der Mission STS-64 auf der „Discovery“ im Jahr 1994 stand unter anderem die Erforschung der Erdatmosphäre sowie des Sonnenwinds im Fokus. Gleichzeitig schrieb Mark Lee Raumfahrtgeschichte: Gemeinsam mit seinem Kollegen Carl Meade testete er erstmals das astronautische Rettungssystem SAFER, das für Notfälle bei Weltraumspaziergängen entwickelt wurde.

Seinen vierten und letzten Raumflug absolvierte Mark Lee 1997 mit STS-82 an Bord der „Discovery“. Ziel der Mission war die zweite Wartung und Modernisierung des Hubble-Weltraumteleskops. Gemeinsam mit Steven Smith führte er drei der insgesamt fünf Außenbordeinsätze durch, bevor das Teleskop nach Abschluss der Arbeiten wieder in den Orbit entlassen wurde.

Mehr als 32 Tage im All

Während seiner vier Space-Shuttle-Missionen verbrachte Mark Lee insgesamt 32 Tage, 21 Stunden, 53 Minuten und 52 Sekunden im Weltraum. In dieser Zeit umrundete er die Erde 516 Mal und absolvierte vier Außenbordeinsätze mit einer Gesamtdauer von 26 Stunden und einer Minute.

Mit dem Besuch von Mark Lee endet zugleich der „Space Summer“ der Technik Museen Sinsheim Speyer. Die Veranstaltungsreihe fand im Sommer 2026 anlässlich des 45-jährigen Bestehens des Technik Museum Sinsheim sowie des 35-jährigen Jubiläums des Technik Museum Speyer statt und bot Besucherinnen und Besuchern Begegnungen mit internationalen Persönlichkeiten der Raumfahrt.