Ankündigung

Preis für Schauspielkunst 2026: Christian Berkel steht im Mittelpunkt des 22. Festival des Deutschen Films Ludwigshafen am Rhein

Der Preis für Schauspielkunst des 22. Festival des Deutschen Films Ludwigshafen am Rhein geht 2026 an Christian Berkel. Mit der Auszeichnung würdigt das Festival die langjährige Karriere des Schauspielers, der seit Jahrzehnten in deutschen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen ist. Im Rahmen der Ehrung werden zudem seine aktuellen Filme „Ein Nachthemd für Zwei“ und „Block 10“ präsentiert.

Festivalintendant Dr. Michael Kötz begründet die Entscheidung mit den Worten: „Christian Berkel ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, die ihre Qualität in die großen, aber auch die kleinsten Rollen zu 100 Prozent einbringen. Das ist sicher auch ein Grund, warum er im In- und Ausland gleichermaßen geschätzt wird. Ob Komödie, Thriller, Kriegsepos oder ganz aktuell in dem beklemmenden Auschwitz-Drama, Christian Berkel füllt die Leinwand und haucht der Rolle Leben ein, dass man den Schauspieler fast vergisst. Dafür wollen wir ihn dieses Jahr mit dem Preis für Schauspielkunst auszeichnen.“

Der 1957 in Berlin geborene Christian Berkel zählt zu den profiliertesten deutschen Schauspielern seiner Generation. Dank seiner Sprachkenntnisse wirkte er in deutschen, französischen und amerikanischen Produktionen mit und übernahm dabei zahlreiche prägende Rollen. Bekannt wurde er unter anderem als SS-Arzt Ernst-Günther Schenck in „Der Untergang“ sowie als Alfred Greven in „Safe Conduct“.

Nach einem Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dFFB) sammelte Berkel erste Filmerfahrungen, darunter in Ingmar Bergmans „Das Schlangenei“ (1977). Anschließend widmete er sich über viele Jahre dem Theater sowie dem Fernsehen und war unter anderem in Augsburg, Düsseldorf, Bochum und Berlin engagiert. Parallel dazu spielte er in zahlreichen Fernsehproduktionen und Serien wie „Kommissar Derrick“ und „Der Fuchs“ sowie als Synchronsprecher.

Der internationale Durchbruch gelang ihm in den 2000er-Jahren. Unter der Regie von Oliver Hirschbiegel war er in „Flatliners“ und „Der Untergang“ zu sehen. Es folgten Rollen in Bertrand Taverniers „Safe Conduct“, das Hollywood-Debüt in „Flightplan“ sowie Auftritte in Paul Verhoevens „Black Book“, „Operation Walküre“ von Bryan Singer und Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“.

Zuletzt übernahm Christian Berkel eine Hauptrolle im Kinodrama „Block 10“. Darin verkörpert er den jüdischen Gynäkologen Dr. Maximilian Samuel, der nach der Ermordung seiner 20-jährigen Tochter gezwungen wird, im Stammlager Auschwitz an medizinischen Experimenten zur Zwangssterilisation von Frauen mitzuwirken.

Neben seiner Schauspielkarriere ist Christian Berkel auch als Schriftsteller erfolgreich. Mit den autobiografisch geprägten Familienromanen „Der Apfelbaum“ (2018), „Ada“ (2020) und „Sputnik“ etablierte er sich auch in der Literaturszene. Seit 2006 ist er mit Schauspielerin Andrea Sawatzki verheiratet.

Die Preisverleihung findet am 30. August 2026 statt. Im Anschluss zeigt das Festival den Film „Ein Nachthemd für Zwei“ von Regisseur Rick Ostermann, in dem Christian Berkel eine der Hauptrollen übernimmt. Die Laudatio hält Festivalintendant Dr. Michael Kötz.

Der Preis für Schauspielkunst wird traditionell an Persönlichkeiten verliehen, die den deutschen Film über viele Jahre geprägt haben und mit ihrem künstlerischen Schaffen besondere Akzente setzen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Hanna Schygulla, Klaus Maria Brandauer, Katja Riemann, Nina Hoss, Devid Striesow, Hannelore Elsner, Moritz Bleibtreu, Andrea Sawatzki, Sandra Hüller, Otto Sander, Bruno Ganz, Anna Loos, Jan Josef Liefers, Corinna Harfouch, Mario Adorf, Maria Furtwängler, Ulrich Tukur, Martina Gedeck, Matthias Brandt, Iris Berben, Bjarne Mädel, Julia Koschitz, Ulrich Matthes, Claudia Michelsen, Verena Altenberger, Anne Ratte-Polle, Axel Milberg, Justus von Dohnányi, Christoph Maria Herbst, Joachim Król, Liv Lisa Fries, Rainer Bock, Uwe Ochsenknecht und Annette Frier.