Beitragsbild: NASA

Ankündigung

Speyer, 18. Juli: Vier Flüge, drei Weltraumspaziergänge: NASA-Astronautin Kathryn Thornton zu Gast im Technik Museum

Im Rahmen des „Space Summer“ im Technik Museum Speyer erwartet Besucher am 18. Juli 2026 ein besonderer Gast: Die ehemalige NASA-Astronautin Kathryn Thornton wird persönlich über ihre Erfahrungen im Weltraum berichten. Die Veranstaltung ist Teil des Jubiläumsjahres der Technik Museen Sinsheim Speyer und setzt die Reihe internationaler Raumfahrtgäste fort.

Von 14 bis etwa 16 Uhr nimmt Kathryn Thornton das Publikum im FORUM Kino mit auf eine Reise durch ihre vier Space-Shuttle-Missionen. Im Anschluss an den Vortrag ist eine Gesprächs- und Fragerunde vorgesehen. Kinder bis 14 Jahre haben zudem die Möglichkeit, ein Erinnerungsfoto mit der ehemaligen Astronautin zu machen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und ist mit einer gültigen Eintrittskarte des Technik Museum Speyer zugänglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Mehr als 40 Tage im All

Zwischen 1989 und 1995 absolvierte Kathryn Thornton insgesamt vier Weltraummissionen und verbrachte dabei mehr als 40 Tage im All. Darüber hinaus führte sie drei Außenbordeinsätze mit einer Gesamtdauer von über 21 Stunden durch und zählt damit zu den erfahrensten Astronautinnen der NASA ihrer Generation.

Bereits mit dem Auftritt der deutschen Astronautin Rabea Rogge war die Veranstaltungsreihe gestartet. Für den 8. August 2026 ist außerdem der Besuch des NASA-Astronauten Mark Lee angekündigt.

Wissenschaftlicher Werdegang und Auswahl durch die NASA

Geboren wurde Kathryn Thornton am 17. August 1952 in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama. Nach ihrem Physikstudium an der Auburn University und ihrer Promotion an der University of Virginia setzte sie ihre Forschung mit einem NATO-Postdoktorandenstipendium am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg fort.

1984 wurde sie in die zehnte Astronautengruppe der NASA aufgenommen. Nach ihrer Ausbildung zur Missionsspezialistin übernahm sie verschiedene technische Aufgaben, darunter die Überprüfung von Flugsoftware, Tätigkeiten im Vehicle Integration Test Team sowie Einsätze als CAPCOM im Mission Control Center.

Vier Missionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Ihre erste Raumfahrtmission absolvierte Kathryn Thornton 1989 an Bord der Raumfähre Discovery im Rahmen von STS-33. Während des fünftägigen Einsatzes wurden unter anderem militärische Operationen durchgeführt und ein Aufklärungssatellit ausgesetzt.

1992 folgte mit STS-49 der Jungfernflug der Endeavour. Im Mittelpunkt stand die Bergung und Reparatur des Satelliten Intelsat VI, der nach einem fehlerhaften Raketenstart in einem ungeeigneten Orbit verblieben war. Die Mission ging mit einem bis heute außergewöhnlichen Außenbordeinsatz von drei Astronauten gleichzeitig in die Raumfahrtgeschichte ein. Im Rahmen dieses Einsatzes absolvierte Kathryn Thornton auch ihren ersten Weltraumspaziergang.

Ein Jahr später gehörte sie zur Besatzung von STS-61, der ersten Wartungsmission für das Hubble-Weltraumteleskop. Ziel war die Behebung des bekannten Spiegelfehlers durch den Einbau neuer Systeme und Instrumente. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Akers führte sie zwei der insgesamt fünf Außenbordeinsätze der Mission durch.

Ihre vierte und letzte Mission führte Kathryn Thornton 1995 an Bord der Raumfähre Columbia ins All. Als Nutzlast-Kommandantin war sie für den Betrieb des Forschungslabors USML-2 verantwortlich, in dem Experimente aus den Bereichen Physik, Materialwissenschaften, Biotechnologie, Verbrennungsforschung und Raumfahrttechnologie unter Bedingungen der Schwerelosigkeit durchgeführt wurden.

Insgesamt 638 Erdumrundungen

Während ihrer vier Raumfahrtmissionen verbrachte Kathryn Thornton insgesamt 40 Tage, 15 Stunden, 15 Minuten und 18 Sekunden im Weltraum. In dieser Zeit umrundete sie die Erde 638 Mal und absolvierte drei Außenbordeinsätze mit einer Gesamtdauer von 21 Stunden und 11 Minuten.