Die OTWorld 2026 im Mai rückt erneut Leipzig in den Mittelpunkt der internationalen Hilfsmittelversorgung. Vom 19. bis 22. Mai treffen sich Fachleute aus mehr als 90 Ländern, um beim Weltkongress und auf der Fachmesse über aktuelle Entwicklungen in der Orthopädietechnik zu diskutieren. Im Fokus stehen dabei moderne Hilfsmittel wie Bandagen, Orthesen, Prothesen und Rollstühle, die für viele Menschen Mobilität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Neben Fachvorträgen und Produktpräsentationen prägen auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Sport, Medien und Aktivismus die Veranstaltung. Sie bringen ihre persönlichen Erfahrungen mit Hilfsmittelversorgung und Inklusion in Diskussionsrunden, Interviews und Gesprächen mit dem Publikum ein.
Zu den prominenten Gästen zählen unter anderem Tan Çaglar, Lara Wilkin und Hari Budha Magar, die bei der offiziellen Eröffnung der Messe auftreten werden. Ebenfalls angekündigt sind Sportgrößen wie Franziska van Almsick, Pascal Hens, Laura Nolte, Deborah Levi und Anne Kleibrink. Ergänzt wird das Programm durch Para-Sportler und Aktivisten wie Markus Rehm, Vanessa Reins und Caroline Sprott, die über ihre persönlichen Erfahrungen mit moderner Versorgungstechnologie sprechen.
Drei Persönlichkeiten setzen Impulse zur Eröffnung
Die Eröffnung der OTWorld 2026 am 19. Mai wird von Tan Çaglar moderiert. Der Schauspieler, Comedian und Moderator zählt zu den bekanntesten Stimmen für Inklusion in Deutschland und thematisiert regelmäßig gesellschaftliche Teilhabe und Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung.
Mit Lara Wilkin steht zudem eine Expertin für Armprothetik auf der Bühne, die ihre persönlichen Erfahrungen nach einer Unterarmamputation in Forschung und Praxis einbringt. Sie gründete ein internationales Netzwerk für Betroffene und engagiert sich für die Weiterentwicklung moderner Armprothesen. Zur Eröffnung präsentiert sie eine Zeichnung, die sie mit ihrer Prothesenhand angefertigt hat und die ihren Blick auf „50 Jahre OTWorld“ zeigt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch Hari Budha Magar. Der beidseitig oberschenkelamputierte Extrembergsteiger absolvierte als erster Mensch mit dieser Einschränkung die Besteigungen der höchsten Gipfel aller sieben Kontinente. Im Januar 2026 komplettierte er die Serie mit dem Mount Vinson in der Antarktis. Für anspruchsvolle Kletterpassagen nutzt Magar verkürzte Prothesen, sogenannte Stubbies.
Spitzensportler sprechen über Leistung, Rückschläge und Motivation
Am Stand von Bauerfeind wird die ehemalige Schwimm-Weltklasseathletin Franziska van Almsick über ihre Karriere und die Bedeutung nachhaltiger Leistungsfähigkeit sprechen. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Motivation, Krisenbewältigung und die Menschen hinter sportlichen Erfolgen. Heute engagiert sie sich mit ihrer Stiftung für sichere Schwimmausbildung von Kindern und ist zudem Aufsichtsrätin der Sporthilfe.
Bereits einen Tag zuvor gibt Handball-Weltmeister Pascal Hens Einblicke in seine Laufbahn im Spitzensport. Dabei spricht er über sportliche Erfolge, Verletzungen und seine Erfahrungen mit medizinischen Hilfsmitteln sowie über seinen Wechsel ins Fernsehen.
Auch die deutsche Florettfechterin Anne Kleibrink nutzt die Messe für den Austausch mit Besuchern und Fachpublikum. Neben einem Interview über ihren sportlichen Werdegang und die Bedeutung ihrer Hilfsmittel steht auch ein Meet & Greet auf dem Programm. Besucher erhalten zudem die Möglichkeit, den Fechtsport selbst auszuprobieren.
Paralympische Erfahrungen und moderne Prothesentechnik
Die Para-Bogenschützin Flora Kliem gehört ebenfalls zu den Athletinnen, die ihre Geschichte auf der Messe teilen. Nach einer Amputation infolge eines schweren Unfalls gelang ihr innerhalb weniger Monate die Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2024 in Paris. Auf der OTWorld spricht sie über ihren Weg zurück in den Leistungssport.
Olympiasiegerinnen Laura Nolte und Deborah Levi geben Einblicke in die Anforderungen des Spitzensports im Zweierbob. Themen wie Präzision, Vertrauen und Teamarbeit stehen dabei im Mittelpunkt.
Der österreichische Moderator und ehemalige Paralympionike Andreas Onea bringt seine Perspektive auf Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe ein. Nach dem Verlust seines linken Arms im Kindesalter gewann er zahlreiche internationale Medaillen und arbeitet heute als TV-Moderator und Speaker.
Auch Heinrich Popow, einer der bekanntesten deutschen Para-Leichtathleten, bleibt dem Parasport eng verbunden. Nach seiner aktiven Karriere engagiert er sich unter anderem für die Weiterentwicklung und Zugänglichkeit moderner Sportprothesen.
Mit Markus Rehm ist zudem einer der erfolgreichsten Para-Sportler Deutschlands vertreten. Der Weltrekordhalter im Weitsprung der Klasse T64 verbindet seine Erfahrung als Leistungssportler mit seiner Tätigkeit als Orthopädietechniker-Meister und spricht über Anforderungen moderner Prothesenversorgung im Alltag und Sport.
Aktivistinnen machen auf Lipödem aufmerksam
Neben sportlichen Themen spielt auch die Sichtbarkeit chronischer Erkrankungen eine wichtige Rolle auf der Messe. Vanessa Reins berichtet über ihr Leben mit Lipödem und ihren Weg vom gesundheitlichen Tiefpunkt bis hin zur erfolgreichen Teilnahme an Triathlons. Über soziale Medien informiert sie regelmäßig über die Erkrankung und den Einsatz medizinischer Kompression.
Auch Caroline Sprott nutzt ihre persönliche Geschichte, um Betroffene zu unterstützen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Als Autorin, Bloggerin und Vortragsrednerin spricht sie über den Alltag mit Lipödem sowie über körperliche und psychische Herausforderungen der Erkrankung.
Die OTWorld 2026 zeigt damit nicht nur technologische Entwicklungen der Orthopädietechnik, sondern auch die persönlichen Geschichten hinter den Hilfsmitteln – von Spitzensport über Inklusion bis hin zu individuellen Wegen zurück in ein selbstbestimmtes Leben.



