Beitragsbild: Zoo Frankfurt

Ankündigung

Zoo Frankfurt – Neue Innenanlage bringt Große Ameisenbären und Riesentukane näher an die Besucher

Besucherinnen und Besucher des Zoo Frankfurt können Große Ameisenbären nun auch unabhängig von der Jahreszeit beobachten. Die Tiere sind nicht mehr ausschließlich auf ihrer Außenanlage im Ukumari-Land zu sehen, sondern haben zusätzlich eine neu gestaltete Innenanlage im Eingangsbereich des Zoos bezogen. Mit dem Einzug eines Riesentukans ist dort zugleich eine Vogelart vertreten, die bislang nicht zum Tierbestand des Zoos gehörte.

Die Anlage befindet sich noch vor dem eigentlichen Zooeingang im Kassenbereich. Sie wurde aus der ehemaligen Anlage für Südamerikanische Brüllaffen entwickelt und umfassend umgebaut. Neben den Großen Ameisenbären lebt dort nun auch der farbenprächtige Riesentukan, der die Anlage optisch wie biologisch ergänzt.

„Durch die Umgestaltung und Neubesetzung der Anlage wird man jetzt bereits im Eingangsbereich von gleich zwei erstaunlichen Tierarten auf den Zoobesuch eingestimmt“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Der Umbau war nicht unkompliziert und ein gutes Beispiel dafür, wie die speziellen Anforderungen der unterschiedlichen Tierarten die Gestaltung der Anlagen im Zoo bestimmen. Dass der Zoo hier sozusagen um das Wohl der Tiere herumbauen konnte, ist nicht zuletzt dank der Spenden der zahlreichen Tierpatinnen und Tierpaten möglich gewesen. Dafür möchte ich mich im Namen des Zoos herzlich bedanken.“

Um den Bedürfnissen der neuen Bewohner gerecht zu werden, wurde die Anlage technisch und strukturell stark verändert. Das Bodenniveau wurde angehoben, ein Wasserbecken integriert und neue Zugänge zur Außenanlage geschaffen. Zudem erhielt der Bereich eine vollständige Neubepflanzung sowie Stämme und Äste, die speziell auf die Anforderungen der großen Spechtvögel zugeschnitten sind.

Große Ameisenbären leben als Einzeltiere und kommen nur während der Paarungszeit zusammen. „Unsere INES versteht sich gut mit Männchen FALIN, dennoch wird nur einer von ihnen die neue Anlage bewohnen, gegebenenfalls im Wechsel, genauso, wie sie die große Außenanlage abwechselnd nutzen. Im rückwärtigen Bereich der Tieranlage steht den Ameisenbären der bisherige Innenbereich weiterhin zur Verfügung. Dieser ist allerdings für Besucherinnen und Besucher nicht einsehbar. Mit dem Umbau der Anlage konnten wir jetzt die Möglichkeit schaffen, die charismatischen Tiere ganzjährig zu beobachten“, erklärt Dr. Christina Geiger, Zoodirektorin.

Die Großen Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla) zählen zur erdgeschichtlich sehr alten Ordnung der Nebengelenkstiere und sind vollständig zahnlos. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Ameisen und Termiten, die sie mit einer bis zu 60 Zentimeter langen Zunge aufnehmen. „Sie sind Nahrungsspezialisten. Ihre Leibspeise – Ameisen und Termiten – nehmen sie mit ihrer bis zu 60 cm langen und dünnen Zunge auf. Im Zoo werden sie mit einem auf ihre Bedürfnisse und ihren Geschmack abgestimmten Ersatzfutter versorgt. Vieles, was wir über Große Ameisenbären wissen, wurde in Zoos erforscht. So gibt es etwa Studien zur Anatomie, zum Verhalten, zur Jungtierentwicklung und zum Fortpflanzungszyklus“, so Geiger.

In freier Wildbahn sind Große Ameisenbären in Mittel- und Südamerika verbreitet und bewohnen sowohl Savannen als auch Regenwälder. Die Art gilt laut der Roten Liste der IUCN als gefährdet. Hauptursachen für den Bestandsrückgang sind Lebensraumverlust durch Abholzung, Jagd, industrielle Landwirtschaft sowie der Straßenverkehr.

Auch der Riesentukan (Ramphastos toco) stammt aus Südamerika. Die Art wird derzeit als nicht gefährdet eingestuft, dennoch nehmen auch hier die Bestände ab. Mit dem Neuzugang gehört der Zoo Frankfurt nun zu einem kleinen Kreis von acht Zoos, die Riesentukane halten. Das Männchen wurde aus einem illegalen Tiertransport beschlagnahmt und im Zoo aufgenommen; eine Vergesellschaftung mit einem Weibchen ist geplant.

Über die Tierhaltung hinaus engagiert sich der Zoo Frankfurt gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) für den Schutz natürlicher Lebensräume. Seit 1990 unterstützt die ZGF Projekte in der Manu-Region im Südosten Perus, einem international anerkannten Hotspot der biologischen Vielfalt. Dort liegen mit dem Manu-Nationalpark und dem UNESCO-Biosphärenreservat Manu bedeutende Modellregionen für nachhaltigen Naturschutz. Die Arbeit vor Ort wird unter anderem durch Einnahmen aus dem Naturschutz-Euro des Zoos Frankfurt gefördert.