Der EBERSPÄCHER Rodel Weltcup im Utah Olympic Park hat am zweiten Weltcup-Wochenende der Saison für sportlich hochklassige und emotionale Entscheidungen gesorgt. Die technisch anspruchsvolle Bahn in Park City sowie das ungewöhnliche Wettkampfformat mit Einzelrennen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stellten Athletinnen und Athleten vor besondere Herausforderungen – und sorgten für überraschende Resultate, Premieren-Podestplätze und knappe Entscheidungen.
Team-Staffel: Italien setzt Ausrufezeichen
Den Abschluss des Wochenendes bildete am Sonntag der EBERSPÄCHER Team-Staffel-Weltcup presented by BMW. Dabei überraschte Italien mit einem souveränen Auftritt. Verena Hofer, Ivan Nagler/Fabian Malleier, Leon Felderer sowie Andrea Vötter/Marion Oberhofer dominierten große Teile des Rennens und sicherten sich mit einer Zeit von 3:05,855 Minuten den Sieg. Das italienische Team überzeugte durch konstante Zwischenzeiten und ein sicheres Gespür für die Bahn.
Österreich belegte mit Dorothea Schwarz, Juri Gatt/Riccardo Schöpf, Jonas Müller und Selina Egle/Lara Kipp Rang zwei, nur 0,207 Sekunden zurück. Für Jubel beim Heimpublikum sorgte das US-Team um Summer Britcher, Zachary Di Gregorio/Sean Hollander, Jonathan Gustafson und Chevonne Forgan/Sophia Kirkby, das als Dritter (+0,566 Sekunden) auf dem Podium landete.
Lettland folgte auf Platz vier (+0,961), während Deutschland nach einem Sturz von Dajana Eitberger/Magdalena Matschina in der Zielkurve mit Rang fünf (+1,544) Vorlieb nehmen musste. Bundestrainer Patric Leitner ordnete ein: „Es war sehr bitter, keiner war gerade runtergefahren. Aber ich bin froh, dass sich Dajana und Magdalena nicht verletzt haben.“ Platz sechs ging an die Ukraine.
Einzelrennen: Britcher und Müller behalten die Kontrolle
Im Damen-Einzel stand Summer Britcher im Mittelpunkt. Die US-Amerikanerin feierte vor heimischem Publikum ihren sechsten Weltcupsieg – acht Jahre nach ihrem letzten Erfolg. In 1:26,961 Minuten setzte sie sich durch und zeigte sich anschließend sichtlich bewegt: „Es ist unbeschreiblich, wieder oben auf dem Podium zu stehen – vor meiner Familie und meinen Freunden.“
Hinter ihr belegte Verena Hofer Rang zwei, nur vier Tausendstelsekunden vor Ashley Farquharson, die als Dritte ihren ersten Weltcup-Podestplatz erreichte. Auch Hofer stand erstmals auf dem Podium. Es folgten Dorothea Schwarz, Hannah Prock, Merle Fräbel und Nathalie Maag. Julia Taubitz verbesserte sich im zweiten Lauf auf Rang acht.
Bei den Herren überzeugte Jonas Müller mit großer Nervenstärke. Der Österreicher fuhr im zweiten Durchgang als Einziger unter 45 Sekunden (44,988) und sicherte sich in 1:29,640 Minuten seinen siebten Weltcupsieg. Max Langenhan wurde Zweiter (+0,257). Der Deutsche würdigte die Leistung des Siegers mit den Worten: „Die Bahn ist extrem herausfordernd – Jonas hat einen sagenhaften Job gemacht“.
Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Leon Felderer, der mit Rang drei sein erstes Weltcup-Podium feierte. Dahinter reihten sich Dominik Fischnaller und Jonathan Gustafson ein. Felix Loch machte mit der zweitbesten Laufzeit im Finale zehn Plätze gut und beendete das Rennen auf Rang sieben.
Doppelsitzer Damen: Rekorde und erster gemeinsamer Sieg
Im Damen-Doppel fielen bereits im ersten Lauf mehrere Bahnrekorde. Den entscheidenden setzten schließlich Dajana Eitberger/Magdalena Matschina, die mit 43,514 Sekunden eine neue Bestmarke aufstellten und sich mit einer Gesamtzeit von 1:27,140 Minuten ihren ersten gemeinsamen Weltcupsieg sicherten. Für Eitberger schloss sich damit ein Kreis – 2020 hatte sie in Park City im Einsitzer gewonnen.
Rang zwei ging an Selina Egle/Lara Kipp (+0,276), gefolgt von Jessica Degenhardt/Cheyenne Rosenthal. Andrea Vötter/Marion Oberhofer und Chevonne Forgan/Sophia Kirkby komplettierten die Top fünf.
Doppelsitzer Herren: Konstanz entscheidet
Im Herren-Doppel blieb kein Team fehlerfrei. Am konstantesten präsentierten sich Toni Eggert/Florian Müller, die sich mit 1:26,222 Minuten den Sieg holten. Eggert fasste das Rennen nüchtern zusammen: „Heute haben alle Fehler gemacht – die mit den wenigsten haben gewonnen“.
Knapp dahinter sorgten Zachary Di Gregorio/Sean Hollander mit Rang zwei (+0,051) für Begeisterung beim US-Publikum. Ivan Nagler/Fabian Malleier sicherten Italien einen weiteren Podestplatz. Zwei österreichische Doppel folgten, während die sechsmaligen Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt das Rennen auf Rang sieben beendeten.



