Frankfurt am Main. Der Helmut Schmidt Journalistenpreis wurde in diesem Jahr zum 30. Male vergeben. Die Auszeichnung würdigt seit 1996 herausragende Leistungen im Wirtschafts- und Finanzjournalismus und gilt als eine der renommiertesten Ehrungen im deutschsprachigen Raum. Benannt ist der Preis nach Helmut Schmidt, dem ehemaligen Bundeskanzler und engagierten Befürworter eines unabhängigen Journalismus. Die Jubiläumsveranstaltung fand am 11. November 2025 im Literaturhaus Frankfurt am Main statt.
Aus mehr als 240 Einreichungen wählte die Jury die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2025 aus. Den 1. Preis erhielt das Handelsblatt-Duo Sönke Iwersen und Volker Votsmeier für ihre investigativen Beiträge unter dem Titel „Inside Cum-Ex“. Die Reihe beleuchtet den milliardenschweren Cum-Ex-Steuerskandal aus einer neuen Perspektive und zeigt die Verflechtungen zwischen Tätern, Politik und Justiz. Besonders hervorgehoben wurde die detaillierte Aufarbeitung rund um den Rücktritt der Staatsanwältin Anne Brorhilker, die dem Thema neue Brisanz verlieh.
Mit dem 2. Preis wurde die freie Filmemacherin Mareike Müller für ihren Film „Wir wollen mehr – Arbeit ohne Barrieren“ ausgezeichnet. Die für hr und rbb produzierte Reportage gibt Einblick in die Arbeitsrealität von Menschen mit Behinderung. Sie zeigt eindrücklich, wie strukturelle Hürden faire Teilhabe und Bezahlung erschweren, und rückt Initiativen in den Fokus, die sich für Inklusion einsetzen.
Der 3. Preis ging an Jörg Hommer vom SWR für die Dokumentation „Wie Amazon die Preise steigen lässt“, gesendet im ARD-Magazin plusminus. Der Beitrag untersucht die Preispolitik des Onlinehändlers und zeigt anhand von Händler- und Insiderberichten, wie steigende Gebühren und Margenforderungen die Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher erhöhen.
Der Helmut Schmidt Journalistenpreis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Die Preisgelder verteilen sich auf 15.000, 10.000 und 5.000 Euro für die drei bestplatzierten Beiträge.
Das HSJP Fellowship 2025 wurde an den freien Investigativjournalisten Christian Schweppe vergeben. Er erhält ein mit 15.000 Euro dotiertes Stipendium für eine dreimonatige Recherche zur Rüstungspolitik in Deutschland.
